Wohngebäude 

 

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Alles wichtige zur Wohngebäudeversicherung

 

In diesem 1×1 der Wohngebäudeversicherung erfährst Du was eine Wohngebäudeversicherung ist, wie sie leistet und was du bei Abschluss einer Wohngebäudeversicherung beachten solltest. Viel Spaß mit dem Artikel 🙂

 

Was ist eine Wohngebäudeversicherung?

 

Eine Wohngebäudeversicherung schützt Dich vor Risiken, die aus Feuer-, Sturm/Hagel- und Leitungswasserschäden resultieren. Bei vielen ist das Eigenheim ein Investment fürs Leben, welches mit viel Schweiß und Tränen verbunden. Deshalb sollte das Hab und Gut auch top versichert sein. In der Praxis erlebe ich es leider sehr häufig, dass genau dies nicht der Fall ist. Oft sind alte Versicherungspolicen vorhanden und der Gebäudewert stimmt nicht mehr. Umbauten wurden den Versicherern nicht angegeben oder der Vertrag enthält alte Bedingungen (die nicht immer schlecht sind), die Leistungsausschlüsse dokumentieren etc.

 

Damit Dir das nicht passiert, haben wir Dir im Folgenden einmal aufgeführt, worauf Du bei einer Wohngebäudeversicherung achten solltest.

 

Die verbundene Wohngebäudeversicherung ist eine spezielle Form der Gebäudeversicherung und schützt den Gebäudeeigentümer vor Risiken, die aus Feuer-, Sturm/Hagel- und Leitungswasserschäden resultieren. Dies sind die sogenannten versicherten Gefahren. Der Versicherungsgegenstand ist das Wohngebäude, ohne dessen Inhalt an beweglichen Sachen (versicherte Sache).
Ziel ist hierbei die Kostendeckung für Wiederaufbau oder Sanierung des Gebäudes, sowie eine Absicherung gegen weitere Kosten (versicherte Kosten).
Die genannten Risiken decken die häufigsten Schadenereignisse ab. Einen umfassenderen Schutz bietet die sogenannte erweiterte oder kombinierte Elementarschadensversicherung.

 

Versicherte Sachen:

  • Die in dem Versicherungsschein bezeichneten Gebäude (Beispiel: Musterstr. 12, 12345 Musterstadt)
  • Gebäudezubehör (z. B. Klingel- und Briefkastenanlagen, Müllboxen sowie Terrassen)
  • sonstiges Gebäudezubehör, soweit ausdrücklich vereinbart (z. B. Carports, Gewächs- und Gartenhäuser, Hundehütten, Hof- und Gehwegbefestigungen)
  • Einbaumöbel (z. B. Einbauküchen), die individuell für ein Gebäude gefertigt wurden
  • Gebäudezubehör, soweit es sich im Gebäude befindet oder am Gebäude angebracht ist und der Instandhaltung oder zu Wohnzwecken dient

Weitere Gebäudebestandteile und Gebäudezubehör, sowie Wasser und Abwasserrohre außerhalb des Grundstücks werden nur aufgrund besonderer Vereinbarung versichert.

 

Wie berechnet sich die Versicherungssume?

Bevor wir auf die Berechnung der Versicherungssumme eingehen vorab ein paar Begriffe, die dahingehend wichtig sind:

 

Wert 1914 

Gebäudeversicherungswert 1914:
Der Wert 1914 oder auch Gebäudeversicherungswert 1914, verkürzt auch 1914er Wert genannt, ist ein fiktiver Rechenwert. Mit Hilfe dieses Wertes wird bei der Wohngebäudeversicherung eine einheitliche Basis zur Berechnung des Gebäudeneuwertes und damit auch der Versicherungsprämien geschaffen. Von diesem fiktiven Gebäudeversicherungswert 1914 gelangt man über den Baupreisindex schließlich zum heutigen Neubauwert des versicherten Gebäudes. Der Baupreisindex soll sicherstellen, dass durch die Wertsteigerung der Immobilie im Laufe der Zeit keine Unterversicherung des Gebäudes entsteht. Es handelt sich also um eine Anpassung aufgrund von Wertsteigerung.

Der Gebäudeversicherungswert 1914 berechnet sich wie folgt:
Neubauwert in Euro dividiert durch den Baupreisindex

Der Grund, weshalb man ausgerechnet das Jahr 1914 als Basis nimmt, ist, dass dieses das letzte Jahr war, in dem die Baupreise „stabil“ (aussagekräftig) waren und nicht besonderen (Bau-) Preissteigerungen, wie z. B. durch den Ersten Weltkrieg (ab 1914), unterworfen waren.

 

Baupreisindex 

Der Baupreisindex spiegelt die Entwicklung der Preise für den Neubau und die Instandhaltung von Bauwerken wider. Der Baupreisindex wird vom statistischen Bundesamt herausgegeben. In der Versicherungswirtschaft wird dieser Index zur Beitragsberechnung für die Versicherung von Wohngebäuden in der gleitenden Neuwertversicherung herangezogen.

 

Gleitender Neuwertfaktor 

Der gleitende Neuwertfaktor gibt an, um welchen Faktor ein Gebäudeneubau heute teurer wäre als im Jahr 1914. Der Vorteil ist, dass Du durch den gleitenden Neuwert nie unterversichert sein wirst.

Tipp: Achte darauf, dass bei Versichererwechsel Unterversicherungsverzicht vereinbart ist. Hierbei verzichtet der Versicherer darauf, beim Schadensfall überhaupt geltend zu machen, dass du unterversichert sein könntest.

 

Wohnflächentarif

Hier spielt die Größe des Hauses und die vorhandene Ausstattung eine Rolle. Bei der Tarifierung nach Wohnflächentarif zahlt die Versicherung dann die Kosten in Höhe des ortsüblichen Neubauwerts.

ACHTUNG: Es wird keine Versicherungssumme im Hintergrund ermittelt, sondern lediglich eine Höchstentschädigungsgrenze. Sollten die Baukosten im Laufe der Jahre erheblich steigen, kann es sein, dass Du unterversichert bist.

 

Wertgutachten

Alternativ kannst Du dein Wohngebäude mit einem Wertgutachten bewerten lassen. Neben den meist teuren Kosten, bezieht sich dieses Gutachten oft auf den Verkehrswert des Gebäudes. Entscheiden für Dich sind jedoch die Wiederaufbaukosten.

Fazit: Empfehlenswert ist die Ermittlung der Versicherungssumme nach Gleitendem Neuwert, da sich so die Versicherungssumme an die Wertentwicklung des Gebäudes anpasst.

 

Wie leistet eine Wohngebäudeversicherung?

 

Feuerversicherung

Brand, Blitzschlag, Explosion und Implosion.

WICHTIG:Rauchmelder sind notwendig, sonst kann es zur Kürzung oder Ablehnung des Schadens führen.

 

Leitungswasserversicherung

Leitungswasser, Frost- und anderen Bruchschäden

 

Sturmversicherung

Sturmschäden ab Windstärke 8 und bei Hagelschäden

 

Elementarschaden

Überschwemmung, Erdbeben, Erdsenkung, Schneedruck oder Vulkanausbrüche

 

Wovon ist die Preisgestaltung in der Wohngebäudeversicherung noch abhängig?

 

Bauartklassen 

In der Wohngebäudeversicherung wird erfragt, welche Bauartklasse für das zu versichernde Gebäude zutrifft. Unterschieden wird insgesamt in Bauartklassen und Fertighausgruppen, welche sich auf die Bausubstanz und die Dacheindeckung beziehen und zur Risikobeurteilung der Feuergefahr dienen.

 

ZÜRS-Zonen

ZÜRS ist ein Zonierungssystem, das eine präzise Einstufung aller Flächen in Deutschland hinsichtlich ihrer Gefährdung durch Hochwasser und Überschwemmung ermöglicht. Entwickelt wurde ZÜRS vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (kurz: GDV). Die Abkürzung ZÜRS steht für Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen. Die Zoneneinteilung von ZÜRS wird nur für die Festlegung des Überschwemmungsrisiko eingesetzt. Die Gefahren durch Rückstau und Starkregen werden im gesamten Deutschland einheitlich bewertet.

In der erweiterten Elementarschadenversicherung ist es grundsätzlich möglich, ein Gebäude gegen Überschwemmung zu versichern. In der Vergangenheit führte dies dazu, dass gerade in besonders gefährdeten Gebieten eine Absicherung nicht möglich war. Ursache dafür war, dass den Versicherern keine hinreichenden Informationen über die genaue Gefährdungssituation vorlagen. Eine Einschätzung des Kumulrisikos war für die Anbieter nicht möglich.

Um zukünftig das Überschwemmungsrisiko einzelner Gewässer risikogerecht kalkulieren zu können, wurde im Jahr 2001 das System ZÜRS entwickelt. Das System legt seither Gefährdungsklassen fest, die das Hochwasserrisiko hinsichtlich der Häufigkeit wiederkehrender Schadensereignisse auf Jahresbasis darstellen.

 

ZÜRS kennt dabei folgende Gefährdungsklassen (GK):

GK4 – Gefährdungsklasse 4: statistisch 1 mal in 10 Jahren ein Hochwasser

GK3 – Gefährdungsklasse 3: statistisch 1 mal in 10-50 Jahren ein Hochwasser

GK2 – Gefährdungsklasse 2: statistisch 1 mal in 50-200 Jahren ein Hochwasser

GK1 – Gefährdungsklasse 1: statistisch seltener als einmal alle 200 Jahre ein Hochwasser

GK0 – Gefährdungsklasse 0: keine Zuordnung möglich

Die Abdeckungsquote des Systems liegt bei ca. 90 % aller Adressen in Deutschland.

Quelle: FondsFinanz

 

Ausschlüsse

 

Ausschluss Krieg

Die Versicherung erstreckt sich ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen nicht auf Schäden durch Krieg, kriegsähnliche Ereignisse, Bürgerkrieg, Revolution, Rebellion oder Aufstand.

 

Ausschluss Innere Unruhen

Die Versicherung erstreckt sich ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen nicht auf Schäden durch innere Unruhen.

 

Ausschluss Kernenergie

Die Versicherung erstreckt sich ohne Rücksicht auf mitwirkende Ursachen nicht auf Schäden durch Kernenergie, nukleare Strahlung oder radioaktive Substanzen.

 

Was beachten bei Abschluss? 

 

Das Wichtigste ist, dass die Versicherungssumme von deinem Wohngebäude richtig ermittelt worden ist und Du im Schadensfall nicht auf den Kosten sitzen bleibst oder draufzahlen darfst. Darüber hinaus haben wir Dir folgende Punkte aufgeführt, die eine gute Wohngebäudeversicherung enthalten sollte:

 

  • Mitversicherung der groben Fahrlässigkeit bis zur Versicherungssumme
  • Mehrkosten auf Grund behördlicher Auflagen 

 

Sind seit Abschluss der Wohngebäudeversicherung bis zum Eintritt des Schadens Gesetze erlassen worden, die Mehrkosten beim wieder errichten verursachen, so sind diese mitversichert, meist jedoch in ihrer Höhe begrenzt. Mehrkosten durch behördliche Auflagen können entstehen, weil z. B. an dieser Stelle, in dieser Art und Weise oder mit diesen Materialien etc. kein Bauvorhaben mehr durchgeführt werden darf. Die Mehrkosten durch behördliche Auflagen gehören somit also zu den Auflagen, die zwar weder der Versicherte noch der Versicherer zu verantworten haben, aber dennoch ist es im Versicherungsverhältnis zwischen den beiden Parteien meistens so geregelt, dass der Versicherer diese Mehrkosten übernimmt, die dann anfallen, wenn die versicherte Immobilie beispielsweise nach einem Brand wieder neu gebaut werden muss

 

  • Mehrkosten infolge Preissteigerung 

 

Ersetzt werden auch die notwendigen Mehrkosten infolge Preissteigerungen zwischen dem Eintritt des Versicherungsfalles und der Wiederherstellung. Veranlasst der Versicherungsnehmer nicht unverzüglich die Wiederherstellung, sind die Mehrkosten nur in dem Umfang zu ersetzen, in dem sie auch bei unverzüglicher Wiederherstellung entstanden wären.

 

  • Erweiterte Vorsorge „Best-Leistungs-Garantie“

 

Die Best-Leistungs-Garantie ist kein Muss, aber echt „Nice To Have“. Das bedeutet, dass die Versicherung mit einer solchen Klausel immer genau so leistet, wie es deutschlandweit der Tarif mit der besten Leistung eines z.B. anderen Versicherers in diesem Bereich tun würde.

 

  • Guter Tarif bezogen auf Zu- und Ableitungsrohre außerhalb des Gebäudes auf dem Versicherungsgrundstück

 

Hier trennt sich bei vielen Versicherern oft die Spreu vom Weizen und es gibt extreme Unterschiede, was die Leistungen betrifft. Nimm diesen Punkt also genauer unter die Lupe.

 

Unser Fazit zur Wohngebäudeversicherung?

 

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit und die Zeit fürs Durchlesen. Wie Du wahrscheinlich schon bemerkt hast, kommt es auf viele wichtige Punkte an.

Deshalb empfehlen wir Dir einen kompetenten unabhängigen Berater zu suchen, der so arbeitet, wie Du Dir das vorstellst. Solltest Du noch auf der Suche sein, kannst Du uns gerne ansprechen. Hier kannst Du Dir sicher sein, dass wir alle wichtigen Punkte gemeinsam Step by Step besprechen und auf alle Deine Fragen eingehen werden, aber schau Dir doch gerne an was unsere Kunden über uns sagen…

 

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